Teuscher, Jan-Markus & Woest, Volker

Beitrag auf der GDCP-Jahrestagung 2007

Spätsommer ist "Schwamme-Zeit". Wohl jedes Kind kennt die oft recht auffälligen Fruchtkörper, die bei günstiger feuchtwarmer Witterung "wie Pilze aus dem Boden schießen". Mit ihren leuchtenden Farben sind sie schön anzusehen, mit ihrem Gehalt an wertvollen Nährstoffen und ihrem herzhaften Geschmack und Aroma bringen sie willkommene Abwechslung in die Küche; ihre giftigen Vertreter jedoch verleiden so manchem die Freude an einer Pilzmahlzeit. Pilzkenntnisse werden in der Schule nicht vermittelt, ja überhaupt befasst man sich kaum mit dieser Organismengruppe. Dabei böte sie mit ihrer Vielfalt an Inhaltsstoffen reichlich Gelegenheit, im Unterricht ein wenig Naturstoffchemie zu betreiben, auch ein fachübergreifender Bezug z. B. auf Biologie wäre möglich und ratsam, nicht zu vergessen die ökologische und wirtschaftliche Bedeutung der Pilze als Destruenten. Anhand der enthaltenen Nähr-, Farb- und Aromastoffe lassen sich bekannte Nachweis-, Isolierungs- und Auftrennungsmethoden anwenden. Ein sicher gerade für die Schüler besonders interessantes Projekt wäre die Textilfärbung mit Pilzen.

 

Referenz:
Teuscher, J.-M. & Woest, V. (2008). Chemie der Pilze – ein Thema für den Chemieunterricht?. In: D. Höttecke (Hrsg.), Kompetenzen, Kompetenzmodelle, Kompetenzentwicklung (S. 430-432). Münster: LIT-Verlag.