Riebling, Linda & Bolte, Claus

Beitrag auf der GDCP-Jahrestagung 2007

Mehrsprachigkeit ist in Deutschland ein Fakt unterrichtlicher Praxis, der in den bisherigen theoretischen und konzeptionellen Entwicklungen des Chemieunterrichts weitgehend unberücksichtigt geblieben ist. Verwurzelt scheint ein dichotomes Verständnis von Sprache und Naturwissenschaften, nach dem Lernziele im Sinne einer Inklusion der Sprachenvielfalt allein den sprachlichen Unterrichtsfächern zufallen. Diese Auffassung ist im Zuge der PISA-Debatte brüchig geworden. Anknüpfend an den Diskurs der letzten Jahre stellt sich die Frage nach den tatsächlichen sprachlichen Bildungsvoraussetzungen von Migrantenschüler/-innen sowie dem Zusammenhang von in der Mehrsprachigkeit begründeten Phänomenen und dem Lernen im Fach Chemie. Die Beantwortung ist eng verbunden mit der Überlegung, wie Chemieunterricht gestaltet werden kann, so dass auch diejenigen erfolgreich teilnehmen können, die nicht einsprachig deutsch aufwachsen. In unserem Beitrag werden wir von einem ersten empirischen Zugriff auf die genannten Aspekte berichten und einen Ausblick auf weiterführende Untersuchungsvorhaben formulieren.

 

Referenz:
Riebling, L. & Bolte, C. (2008). Sprachliche Heterogenität im Chemieunterricht. In: D. Höttecke (Hrsg.), Kompetenzen, Kompetenzmodelle, Kompetenzentwicklung (S. 176-178). Münster: LIT-Verlag.