Murmann, Lydia

Beitrag auf der GDCP-Jahrestagung 2008

Wer exploriert, um herauszufinden, wie etwas funktioniert tut es anders als jemand, der sich erklären will, warum etwas passiert und wiederum anders als jemand, der einen bestimmten Vorgang optimieren möchte. Ein Phänomen wiederholt zu erzeugen, um es zu genießen ist etwas Anderes als seine Reproduzierbarkeit sicher zu stellen oder jemand Anderem einen Effekt verdeutlichen zu wollen. Alle diese Motive können beim Experimentieren und anderen Formen der handelnden Erschließung von Phänomenen zentral sein. Alle diese Absichten lassen sich bei den Phänomenerkundungen von Grundschülerinnen und -schülern feststellen. Die jeweiligen Motive der Beschäftigung mit Naturphänomenen oder mit technischen Zusammenhängen orientieren sowohl die Handlungsstrategien als auch die Aufmerksamkeit ("awareness") und sind damit didaktisch relevant. Unterschiedlichen Bereitschaften und Absichten von Grundschülerinnen und -schülern, die über natürliche und technische Phänomene etwas "herausfinden" sollen (!) wurden videobasiert untersucht. Sie werden mit Bezug auf verschiedene Kompetenzmodelle diskutiert.

 

Referenz:
Murmann, L. (2009). Motive und Bereitschaften von GrundschülerInnen Phänomene zu erschließen. In: D. Höttecke (Hrsg.), Chemie- und Physikdidaktik für die Lehramtsausbildung (S. 220-222). Münster: LIT-Verlag.