GDCP-Jahrestagung 2016

Implementation fachdidaktischer Innovation im Spiegel von Forschung und Praxis

05. bis 08. September 2016, GDCP-Jahrestagung in Zürich

Das von Fragen der Fachdidaktik geleitete Nachdenken und Forschen über Unterricht vollzieht sich unter verschiedenen Perspektiven - einer deskriptiven wie einer normativen: Schülerinnen und Schüler wie Lehrkräfte setzen sich unter konkreten schulischen Bedingungen und vor einem bestimmten gesellschaftlichen und geschichtlichen Hintergrund mit Chemie und Physik wie mit sich selbst auseinander. Fachdidaktik beschreibt und analysiert, was geschieht, inwiefern gesetzte Ziele erreicht werden, identifiziert Herausforderungen, Hindernisse und setzt das so sichtbar Gewordene mit dem Wünschbaren in Beziehung:

Ist, was ist, das, was sein möge?

Inwiefern bringen wir die Möglichkeiten, die in unserer Hand liegen, zu Wirkung und Entfaltung? Vermittelt der Unterricht Wissen oder formt er sogar Bewusstsein? Bildet er? Erkennt er die systemischen Bedingungen, unter denen Schülerinnen und Schüler sich dem Gegenstand nähern, überzeugend an? Projiziert er die gewollten Bilder auf den Weg, der vor den Schülerinnen und Schülern liegt? Es sind solche Fragen, mit denen fachdidaktische Innovation konnotiert ist. An eines denken wir als Fachdidaktikerinnen und Fachdidaktiker womöglich als erstes: Dass zwischen der Idee zu einer Innovation und ihrer Implementation ein breiter Strom von Unwägbarkeiten liegt. Unterricht ist so komplex wie stabil. Wer möchte, dass das System Unterricht von der Fachdidaktik als Disziplin lernt, der muss selbst vom Unterricht und seinen Akteuren lernen. Die Spannung zwischen Forschung und Praxis wird produktiv, wenn die Beziehung zwischen Forschung und Praxis in beide Richtungen gedacht und gelebt wird. Forschung und Praxis müssen einander zur Überformung einladen und diese mit nüchterner Analyse begleiten.

Wir laden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Jahrestagung der Gesellschaft für Didaktik der Chemie und Physik 2016 in Zürich herzlich zur Teilhabe an dieser Analyse und ihrer kritischen Reflexion ein!

Programm

Das Programm der Jahrestagung 2016 finden Sie hier.

GDCP-Jahrestagung 2015

Authentizität und Lernen - das Fach in der Fachdidaktik

14. bis 17. September 2015, GDCP-Jahrestagung in Berlin

Der Einfluss des Kontextes auf Prozesse der naturwissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung ist vielfach untersucht und hat in den letzten Jahren auch seine Umsetzung in verschiedenen curricularen Ansätzen gefunden. Dabei ist die Authentizität des Gegenstandes ein wesentlicher Faktor, der sich auf Interesse und Motivation, auf das Verständnis naturwissenschaftlicher Denk- und Arbeitsweisen und letztlich auf den Lernerfolg selbst auswirkt. Authentizität bedeutet aber oftmals auch eine zunehmende Komplexität des fachlichen Inhaltes. Dieses Wirkungsgefüge von einer zunehmenden Identifizierung des Lernenden mit den fachlichen Inhalten und den Auswirkungen auf die Fähigkeit, naturwissenschaftliche Problemstellungen erfolgreich zu lösen, ist z.B. ein Gegenstand chemiedidaktischer Forschung in der Graduiertenschule "SALSA“.

Nicht jeder fachliche Inhalt ist für die Vermittlung von naturwissenschaftlichen Denk- und Arbeitsweisen gleich geeignet. Hier zeigen erste empirische Ergebnisse, die z.B. ihre Empfehlungen in der Struktur des neuen Berliner Rahmenlehrplans gefunden haben, die Herausforderungen für die konkreten unterrichtlichen Gestaltungen auf. Nach der intensiv geführten Diskussion um den Kompetenzbegriff ist es nun an der empirisch begleiteten Realisierung desselben an fachlichen Inhalten, immer im Spannungsgefüge von Authentizität und Komplexität. Unter anderem im strukturierten Promotionsprogramm "ProMINTion" wird dieser Frage am Beispiel der Thematik Messprozesse interdisziplinär nachgegangen.

Es lohnt sich somit eine Analyse, welchen Einfluss fachimmanente Strukturen und die unsere Fächer genuin auszeichnenden Denk- und Arbeitsweisen auf Lernprozesse ausüben. Das Tagungsthema liefert damit einen Beitrag zur Frage, wie fach- oder fachunabhängig naturwissenschaftliche Problemlösekompetenz eigentlich gesehen werden kann, letztlich somit zum "Fach in der Fachdidaktik".

 

Programm

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GDCP-Jahrestagung 2014

Heterogenität und Diversität - Vielfalt der Voraussetzungen im naturwissenschaftlichen Unterricht

15. bis 18. September 2014, GDCP-Jahrestagung in Bremen

Die Heterogenität der Lernvoraussetzungen von Schülerinnen und Schülern stellt eine der größten Herausforderungen für die Gestaltung naturwissenschaftlicher Lernumgebungen dar. In einigen Bereichen gibt es einen ausgebauten Erkenntnisstand fachdidaktischer Forschung. Ein Beispiel sind die Studien zu Interessen und Selbstkonzepten von Mädchen und Jungen im Physik- und Chemieunterricht. Migrationsbedingte, und damit insbesondere auch mehrsprachliche und kulturelle Heterogenität, ist ein noch relativ junges Feld. Forschung und Entwicklung zum Lehren und Lernen von Chemie und Physik in inklusiven Lerngruppen stehen zumindest in Deutschland erst ganz am Beginn und bedürfen einer deutlichen Intensivierung, um zu gesicherten Erkenntnissen zu gelangen, die in die universitäre Lehrerbildung einfließen können.

In den Plenarreferaten und in Gruppenvorträgen der GDCP-Jahrestagung wurde der Stand der physikdidaktischen und chemiedidaktischen Forschung und Entwicklung zum Themenbereich Heterogenität präsentiert und diskutiert.

 

Programm

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